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Saturday, 31. December 2005 |
Genetische Ausdrücke und Definitionen
Für den Laien kann die Beschäftigung mit genetischen Zusammenhängen aufschlussreiche Erkenntnisse mit sich bringen. Dadurch können Sie die Farbe, die Muster und die Grösse Ihrer Schlangen besser verstehen und das Besondere dieser Attribute. Für den Züchter oder jemanden, der sein Hobby für einen kleinen Nebenverdienst nutzen möchte, ist das Verständnis der Genetik unabdingbar. Es mag zunächst verwirrend erscheinen, doch tatsächlich ist es relativ einfach.
Beginnen wir zunächst mit allgemeinen Begriffen der Genetik.
DNS – Desoxyribonukleinsäure. Der Stoff aus dem die Erbanlagen jedes Lebewesens bestehen. Die Reihenfolge ergibt den genetischen Code
Chromosomen - Strukturen in den Zellkernen, die die Träger der Erbinformation in Form von DNS sind und diese von Zelle zu Zelle und von Generation zu Generation weitergeben.
Gen – Gene sind die kleinsten funktionellen Einheiten der Vererbung und belegen einen spezifischen Abschnitt auf der DNS. Die werden über Ei- und Spermienzellen der Eltern weitergegeben. Mutationen entstehen, wenn sich ihre DNS Sequenz verändert.
Allele - Durch Mutation entstandene Varianten eines Gens, die sich auf identischen Abschnitten homologer Chromosomen befinden und verantwortlich sind für verschiedenen Ausprägungen.
Locus (Plural = loci) – Die Lage eines spezifischen Genes auf einem Chromosom (eine Art Adresse).
Genotyp – Gesamtheit aller Erbanlagen (Gene) eines Organismus. Sie legen die Schwankungsbreite fest, innerhalb der sich die Gesamtheit aller Merkmale unter dem Einfluss der Umwelt entwickeln können.
Phänotyp – Erscheinungsbild. Die sichtbaren physischen Eigenschaften eines Lebewesens, welche durch Erbanlagen und Einflüsse der Umwelt geprägt werden.
Heterozygot – Mischerbig. Allele können zu einer unterschiedlichen Ausprägung des dazugehörigen Merkmals führen und sind für die verschiedenen Erscheinungsbilder innerhalb einer Art verantwortlich, wie z.B. die Augenfarben beim Menschen. Für jedes Merkmal besitzt ein Organismus zwei Allele, je eines von jedem Elternteil. Unterscheiden sich die Allele für ein Merkmal, so bezeichnet man dies als heterozygot.
Homozygot – Reinerbig. Wenn die Allele für ein Merkmal identisch sind, bezeichnet man den Organismus als homozygot in Bezug auf dieses Merkmal.
Wildtypus – Der Phänotyp, den man am häufigsten bei wilden Arten findet; er wird auch als 'normaler Typ' bezeichnet.
Rezessiv – Ein mutiertes Allel, dass aber das Erscheinungsbild bei Heterozygoten nicht prägt. Eine Schlange zum Beispiel erscheint nicht Albino, wenn die Allele für dieses Merkmal nicht identisch sind.
Ko-dominant – Wenn ein genetisches Merkmal ko-dominant ist, dann kann es das Erscheinungsbild sowohl von Heterozygoten als auch von Homozygoten prägen. Pastel und Hypomelanistic sind hierfür gute Beispiele. Kreuzt man ein ko-dominantes Tier (z.B. eine Salmon Boa mit einer normalen Boa), dann sind die Nachkommen statistisch gesehen zu 50% Salmon Boas und zu 50% normale Boas.
Dominant – Ein mutiertes Allel, dass sowohl das Erscheinungsbild von Heterozygoten als auch von Homozygoten prägt. (Beispiele: Super Salmon und Super Jungle.) Der Hauptunterschied zwischen ko-dominant und dominant ist, dass bei Kreuzung von Super Salmon und normaler Boa 100% der Nachkommen Super Salmon sind.
Doppelt Heterozygot – Eine Schlange trägt zwei verschiedene genetische Merkmale, die aber nicht das Erscheinungsbild prägen. Die Sunglow z.B. ist eine Kreuzung zwischen Albino und Salmon Boa. Wird sie mit einer normalen Boa gekreuzt, so sind einige der Nachkommen heterozygote Salmon Albinos (da Salmon ko-dominant ist), während die anderen doppelt heterozygote Sunglow sind (d.h. sie verfügen über die Merkmale einer Sunglow, welche aber nicht nicht sichtbar sind – sie sehen aus wie Normale Boas).
Dreifach Heterozygot – Für sie gilt das gleiche wie für doppelt Heterozygote, ausser dass sie drei genetische Merkmale tragen.
F1 Generation – Erste filiale Generation. Dies ist die erste Generation von Nachkommen aus der Kreuzung eines Schlangenpaares.
F2 Generation – Zweite filiale Generation. Die Nachkommen zweier F1.
Punnett Quadrat – Ein Werkzeug zur Bestimmung möglicher Nachkommen, das vom englischen Genetiker Reginald Crundall Punnett entwickelt wurde. Anhand einer Tabelle sieht man die Gene jedes Elternteiles sowie die verschiedenen möglichen Nachkommen bei Kreuzung genetischer unterschiedlicher Eltern. Die Tabelle wird auch Checkerboard genannt.
Hypomelanistisch – Die Anzahl schwarzer Pigmente ist reduziert. Dies ist vor allem bei der Salmon Boa der Fall.
Albinismus – Abwesenheit schwarzer Pigmente. Albino Boas besitzen rote und gelbe Pigmente, aber keinerlei schwarze.
Anerythristisch – Abwesenheit roter Pigmente (siehe Anery Boa für weitere Informationen).
Axanthisch – Abwesenheit gelber Pigmente.
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